Gotland - Ostseeurlaub in Schweden
„Völlig unschwedisch“ nennt der Velbinger Verlag die schwedische Insel Gotland. Vielleicht hat der Autor dieses Handbuches sogar recht. In einer Pressemitteilung im April spricht der Tourismus in Schweden von Weinbergen, Rumherstellung und von wilden Trüffeln. Immer wieder muss man sich beim Lesen vergewissern: Ja, in dieser Mitteilung geht es um eine Insel, die zu Schweden gehört, wo man schwedisch spricht, schwedisch lebt, fühlt und denkt.
Man schnappt sich das nächstbeste und greifbare Werk über Schweden und ist erleichtert. Hier steht nichts über eine Trüffelsafari und trotzdem gibt es sie, die Trüffelsafari auf Gotland. Der Reiseführer legt Wert auf den Genuss von Fisch und Lamm auf Gotland. Vielleicht sollte man doch einmal Gotland kulinarisch entdecken oder sich die Gewissheit verschaffen: Gotland bietet in erster Linie einen Traum aus Ostseeurlaub, ist ein Eldorado für Surfer und Segler, eine Augenweide für Radfahrer und Wanderer und war der Lieblingsort von Olof Palme und Ingmar Bergmann. Liebhaber der Floristik empfehlen die Monate Juni und Juli und feiern die Orchideenwiesen, die wiederum so völlig untypisch für Schweden sind.
Visby, Lummelunda, Färö, Katthammarsvik, Ronehamm, Hoburgen, Tofta und mitten auf der Insel Roma teilen sich diese Ostseeinsel, die Sommerurlaub für die gesamte Familie verspricht. Neben Sonne, Strand und Meer versteht es die Insel, Geschichten und Legenden rund um Wikinger und das Leben mit und an der Ostsee zu erzählen. Ein Teil der Insel, die Nordspitze, war lange Zeit militärisches Speergebiet und man ist froh, dass man diesen Teil der Insel für die Öffentlichkeit zurückgewinnen konnte.
Visby
Sie ist der Hafen zur Insel, das Tor zu Schweden und zur restlichen Welt. Hier landen in der Hochsaison stündlich Maschinen aus der schwedischen Hauptstadt Stockholm. Fähren pendeln mehrmals täglich zwischen Nynäshamn, Oskarshamm, Öland und Stl Karlsö. In der Stadt rüttelt das Kopfsteinpflaster hart an der Geschichte und es bleibt nichts anderes übrig, als anzuerkennen, Visby ist Schwedens schönste Stadt. Rosen, Efeu, Torbögen, niedere Häuser und Fassaden, die das Alter nur bedingt verraten, schmücken das Labyrinth aus Altstadtgassen, verwinkelten Ecken und Marktflecken, die wiederum mit Cafés und zahlreichen Restaurants zum Verweilen einladen. Umringt wird das Ensemble aus schweren Mauern, die bis an den Hafen heranreichen und 44 Türme ihr Eigentum nennen. Traumhaft sind auch die Preise, jedoch nur für den Gewerbetreibenden. Man rüstet sich mit der Antwort: „Man müsse in fünf Monaten Saison Geld für ein ganzes Jahr verdienen.“ Nun, das trifft wohl auf alle Seebäder entlang der Ostseeküste zu und somit ist Visby mit zwei unterschiedlichen Preiskategorien im Jahr absolut keine Seltenheit. Dafür bietet man in den knapp sechs Monaten ein reichhaltiges Programm aus Kultur, Kunst, Geschichte und erfüllt den hohen Anspruch, Kundenwünsche auch zu erfüllen.
Kneippbyn kommt mit Villa Kunterbunt, einer Wasserlandschaft, einem Automuseum und einem unvergleichlichen Panorama von der Steilküste daher. Das alte Kaufmannshaus „Värdshus Lindgarden“ serviert dann das Lamm, die Heidschnucken und viele weitere kulinarische Raffinessen aus der Region. Regional typische Geschichte erzählt der Gotland Fornsal, einem Museum für Geschichte von der Steinzeit bis in die Gegenwart. Im historischen Museum und in den kleinen Läden entdeckt man regionale Handwerkskunst, die in der Regel aus Wolle, Keramik, Holz und nochmals Wolle bestehen.
Weitere Sehenswürdigkeiten auf GotlandStora Karlsö und Lilla Karlsö
Weiß schimmern die Silhouetten am Horizont entlang der Westküste, silbergrau, wenn die Sonne weniger blinzelt oder die Vögel auf ihren Schutzinseln Stora und Lilla Karlsö in Scharen einfliegen. Die Tour durch das Naturschutzgebiet darf nur mit Führern stattfinden.
Die Orchideenwiesen
Wie eingangs angedeutet, blühen auf Gotland zahlreiche Orchideen. Die bewundernswerten Blumen stehen in den Monaten Juni und Juli in voller Blüte. Die Insel zählt mehr als 30 dieser einzigartigen Wiesen.
Eine Allee für eine Klosterruine
Roma liegt wie ein Herz in der Mitte der Insel Gotland. Eine Baumallee und die Klosterruine sind die Wahrzeichen der kleinen Gemeinde. Das ehemalige Zisterzienserkloster wurde bereits 1164 errichtet und ist bis heute trotz des Verfalls eine Reise wert.
Ein langes Dach - stockfinster ist es.
Das Haus Lojsta sorgt für viel Aufmerksamkeit. Das Dach wurde mit Ag bestückt. Diese Schilfsorte stammt nur aus Gotland. Beim bloßen Anblick sollte das reetgedeckte Dach jedoch das mindere Problem sein, findet man Schilf auf vielen historischen Bauten. Es ist die Länge des Daches, welches bis auf die Wiesen reicht und entsprechend jedes Zimmer mit Schatten versorgt.
Familienfreizeit auf Gotland
Segeln, Surfen, Baden, freie Wahl bei den Stränden auf Gotland sind nicht die einzigen Attraktionen, die man mit der Familie im Urlaub an der Ostsee planen kann. Entdeckungen, Abenteuer und Inselsafari gibt es auf der unbewohnten Insel Gotska Sandön, inklusive Übernachtungen in der 34 m² großen Sanddüne. Im Freizeitpark Kneippbyns Sommar-Och Vattenland ist der Traum vieler schwedischer Kinder. Hier gibt es einen Mini-Zoo, ein Piratenschiff, eine nachgebaute Südseeinsel, Tretboot, Villa Kunterbunt a la Pippi Langstrumpf sowie Seilbahnen und Wasserrutschen. Im Sommer öffnet dieser Freizeitpark auf Gotland täglich ab 10:00 Uhr.
Und selbstverständlich kann man die kulinarischen Routen mit dem Rad, beim Reiten oder Wandern auf Gotland erkunden und entdecken, dass Weine und Trüffel tatsächlich zur regionalen Küche dazugehören. Eine kulinarische Route beginnt in Visby, führt über die 148 bis nach Morby und besitzt viele Nebenstraßen.
Quellen: PR März 2012, Touristinformation VisitSchweden GmbH, gotland-erleben.de
Schweden, Verlag Martin Velbinger, Seefeld 11. Auflage 2009
Rechte am Bild bleiben bei Elisabeth Eden/imagebanksweden
sowie tuukka Ervasti/imagebanksweden
Autor: Katja Elflein 07.07.2015
