Quito - Lebenwerk Oswaldo Muñoz Mariño
In Ecuador schreibt man das Jahr 1923. Das Jahr neigt sich dem Ende zu und ein Paar wünscht sich für die Zukunft ihres zu diesem Zeitpunkt noch ungeborenen Sohnes nur das Beste. Sie können zu diesem Zeitpunkt nicht ahnen, dass eines Tages eine der größten und bekanntesten Organisationen der Welt, die UNESCO, auf ihren Sohn zutreten und einen Auftrag erteilen wird. Oswaldo Muñoz Mariño wird am 24. Dezember 1923 in San Pedro de Riobamba, Ecuador, geboren. Er wird viel auf Reisen sein, die Welt mit seinen Augen betrachten und diese bevorzugt auf Aquarelle festhalten. Seine Werke werden mit ihm reisen und in unterschiedlichen Galerien und Museen ihre Bewunderer erfahren. 87 Jahre nach seiner Geburt in E cuador finden sie in einem Kolonialhaus in Quito eine Heimat. Seit Februar 2010 präsentiert das Haus Casa Muñoz Mariño in der Hauptstadt Ecuador eine Dauerstellung der Werke von Oswaldo Muñoz Mariño und temporäre Ausstellungen vieler zeitgenössischer Künstler.
Oswaldo Muñoz Mariño
Zu einer Zeit, in der Ecuador um Anerkennung, Wirtschaft und Macht kämpft, erlebt der junge Oswaldo seine Kindheit, besucht die Schule und beschließt, Architekt zu werden. Das Studium absolviert er an der Fakultät für Architektur an der Universität in Mexiko, Universidad Nacional Autónoma de México (UNAM). Fünf Jahre seines Lebens, von 1947 bis 1952, verbringt er mit Studienarbeiten in diesem lateinamerikanischen Land, bevor er an der Escueal Superior de Formación de Maestros an der UNAM sowie an der Fakultät lehrte, sein Wissen weitergab und teilte. Auch am Centro Regional de Construcciones E scolares para América Latina (CONESCAL) und an der Huésped de la Universidad in Chile profitiert man von seinem Wissen. Seine Leidenschaft galt den Aquarellen und Zeichnungen weltberühmter Plätze, Gebäude und Sehenswürdigkeiten. Bereits im Jahr 1951 stellte er zum ersten Mal aus. Die Webseite des Museums im Casa Muñoz Mariño benennt die Stationen seiner Galerien und Ausstellungen, widmet sich den Auszeichnungen und listet zugleich Artikel in Fachmagazinen der Architektur und der Malerei sowie weitere Publikationen des Künstlers und Architekten auf. Seit 1978 arbeitet er als Künstler im Auftrag der UNESCO.
Museo de Acuarela y Dibujo Muñoz Mariño
Wie bereits benannt, wählte der Ecuadorianer für seine letzte und zugleich dauerhafte Ausstellung eines der berühmtesten Kolonialhäuser in Quito. Die Casa Muñoz Mariño suche man im Stadtteil San Marcos, in der Straße Junín. Ende 2011 wurde das Kolonialhaus durch das Instituto Metropolitano de Patrimonio ausgezeichnet. Eine Informationstafel an der Hauswand erzählt die Geschichte dieses Hauses. Quito besitzt ein reiches koloniales Erbe. Nach Angaben von „Welt online“ besitzt die Hauptstadt von Ecuador die höchste Konzentration an kolonialen Bauten und Sehenswürdigkeiten in Lateinamerika. Nur 14 koloniale Bauten in Quito wurden ausgezeichnet und erhielten diese Informationstafeln. Das Casa Muñoz Mariño gehört dazu. Der Tourismus in Quito sieht den Maler als unermüdlichen Reisenden und Chronist der Welterbestädte an. Die Dauerausstellung zeigt Zeichnungen und Aquarelle, die auf allen Kontinenten entstanden sind. Teilweise verlieh er seinen Werken etwas Geheimnisvolles, gar Mystisches. Bevorzugt in den Zeichnungen setzt sich jedoch das Herz eines Architekten durch, stilistisch, mit Liebe und Treue zu Details und gradlinig könnte man diese Zeichnungen beschreiben. Auf vielen anderen Werken vermittelt Oswaldo Muñoz Mariño jedoch die Sicht der Passanten, das Bewundernswerte an den Bauten, die das UNESCO-Weltkulturerbe tragen. Mit kleinen Details zeigt er uns zusätzlich Dinge, die durch die Bewunderung den Passanten verloren gehen.
Die Ausstellungen
Der vollständige Name des Museums trägt den Titel: Museo de Acuarela y Dibujo Muñoz Mariño. So lebendig, wie der Künstler wirkte, so aktiv und dynamisch gibt sich die Ausstellung. Der Besucher trifft auf Interaktionen, die einen Dialog zwischen dauerhaften und Wechselausstellung unterstützen. Neben den Werken Muñoz Mariño greift die Ausstellung auf Werke zeitgenössischer, nationaler und internationaler Künstler zurück, die ihre Leidenschaft den Aquarellen und Zeichnungen widmen.
Quellen: PR XSP GmbH Frankfurt a Main Dezember 2011, quito.com.ec, visitEcuador.com.ec, museoacuarelaydibujo.com
Katja Elflein