Gesichter der polnischen Stadt Krakau
„Ein Quäntchen Magie“ lese ich in der Imagebroschüre „Polens Städte und ihr Kulturerbe“. 'Krakau soll über magische Kräfte verfügen' :mutmaßt das Polnische Fremdenverkehrsamt. Die jüdische Geschichte Krakau kann diesbezüglich nur den Kopf schütteln. Krakau kennt also viele Gesichter und viele Geschichten.
Der Saga nach befindet sich einer von nur sieben heiligen und energiespendenden Steinen dieser Erde hier in Krákow, der polnische Name dieser Stadt. Ihr wahres Heiligtum zeigt die Innenstadt. Sie lebt intensiv, impulsiv und lebensfroh. Die alten Stadtmauern sind verschwunden, die Zwingergräber zugeschüttet. Ihr Gesicht hat trotz des Alters nie an Farbe verloren und ihre Werte spiegeln sich in der Renaissance, auf dem Königshügel, auf den Handelsstraßen nach Krakau und im Jüdenschtetl wider.
Die polnische Stadt in Kleinpolen (Woiwodschaft Malopolska) zog einst Könige an. Heute ist es die Jugend, die alte Traditionen neu verpackt und das Unmögliche möglich werden lässt. Sie vereint Legenden, Geschichte und Gegenwart.
Kultur in Krakau
Die Stadt an der Weichsel lädt zu vielen Spaziergängen ein. Allein der Hauptmarkt „Rynek Glowny“ überrascht mit rund 20 Attraktionen. Er ist der größte Markt in Europa, quadratisch aufgebaut und jeweils 200 Meter lang. Er zählt auch zu den schönsten Marktplätzen in Europa. Im Zentrum findet man eine Vielzahl an Museen. Eines der beliebtesten Museen ist das Historische Museum Krakau mit Kinderbetreuung. Die Liste der Kunstgalerien wird stetig verlängert. Dazu gesellen sich rund 20 Kirchen, die sich mit Prunk und Geschichte auszeichnen. Antiquariate, zahlreiche Theater, einige wenige Kinos und vor allen Cafés, Restaurants und Pubs in überwiegend historischen Gebäuden werten das Zentrum von Krakau unweigerlich auf.
Events in Krakau
- Immer im Juni führt ein Possenreiter einen quirlig bunten Umzug an. Ein alter Reifrock, der ein Pferd symbolisiert, kleidet den als Tartar gekennzeichneten Reiter. Lajkonik nennen ihn die Reiter. Die Tartaren bedrohten einst die Stadtmauern. Flößer aus der Vorstadt gelang es mit List, die Tartaren zu vertreiben. Der Thriumphzug wird noch heute würdig vorgeführt.
Krakau im Advent
- Die polnische Stadt Krákow ist immer eine Reise wert, auch im Winter. Es ist bevorzugt der Advent, der alte Traditionen einmal im Jahr aufblühen lässt. Man könnte sie kleine Kunstwerke in Anlehnung an den Barock nennen, die Krippen aus Krakau. Die Krakauer Krippen sind etwas Besonderes. Sie erzählen von Mythen und Legenden, bringen den Menschen die Geschichte ihrer Heimat näher und selbstverständlich erzählen einige Krippen die Weihnachtsgeschichte von Jesus und Maria. Die besten Exemplare finden in einer Ausstellung auf dem Marktplatz einen ansehnliche Platz.
Abenteuer auf dem ehemaligen Festungsring
Mehrere Forts kleiden den Festungsring. Heute ist es auf dieser historischen Route ruhig. Österreicher errichteten einst den Festungsring. Ab 1854 war sie eine Festungsstadt. Nur sieben Kilometer trennten Krakau von Russland. Das sollte 1918 aus so bleiben. Die Route auf der ehemaligen Festung ist für Fußgänger und Radfahrer gedacht. Nur ein kleiner Teil der einst 32 Forts ist für die Besucher zugänglich.
Jüdisches Krakau
Die Konfrontation mit der jüdischen Geschichte Polens, hier im konkreten Fall mit dem Ghetto von Krakau ist nicht zu vermeiden. Kazimierz heißt die kleine Stadt, die 14. Jahrhundert von König Kasimir den Großen gegründet wurde. Fünf Jahrhunderte lang lebten Juden und Christen fast einträchtig nebeneinander. Das Krakauer Ghetto eine von vielen Kulissen zu dem Film „Schindlers Liste“. Eine von vielen touristischen Routen durch die Stadt Krakau ist die historische Wanderung durch Kazimierz. Einmal im Jahr findet hier das Jüdische Kulturfestival mit unzähligen Workshops, Galerien und Vorträgen statt. Heute lädt die Szeroka-Gasse in wunderbar jüdische Cafés und Restaurants ein. Auf den Spuren der jüdischen Vergangenheit ist der Besuch des ethnographischen Museums „Geschichte und Kultur der Krakauer Juden“ in der Synagoge ein Muss.
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Königliches Krakau
Die Wawelburg ist das Wahrzeichen dieser Stadt. Einst Königs- und Bischofssitz erhebt sie sich oberhalb der Weichsel und setzt sich auf einem Kalksteinhügel nieder. Der Wawelturm kennt viele Geschichte und versteht es von religiösen sowie weltlichen Ereignissen zu berichten. In der Krypta liegen fast alle polnischen Monarchen. Das Renaissanceschloss ist reich an Schätzen. Dazu gehören der flämische Arras-Gobelins aus dem 16. und 17. Jahrhundert und das königliche Schwert aus dem 13. Jahrhundert, Szczerbiec genannt.
Weitere Ausflugsziele und Sehenswürdigkeiten:
- Dazu dürften die Salzbergwerke von Wieliczka gehören.
- Tyniec heißt die Benediktinerabtei, die viele Lebensmittel aus klösterlichem Anbau verkaufen.
- Naturfreunde und Familie könnte es in den Ojców-Nationalpark ziehen.
- Lanchorona präsentiert Holzhäuser wie vor 150 Jahren
- und nicht vergessen das Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau.
Quellen:Imagebroschüren "Polen Reisemagazin" Ausgabe März 2011, Polen- Städte und ihr Kulturerbe Ausgabe zur ITB 2011, "drei Tage in Krakau" Herausgeber: die Stadt Krakau zur ITB 2011
Text: Katja Elflein
Bildquelle: Sibylle Schwämmlein / pixelio.de